Aus heiterem Himmel erfahren, dass er nicht mehr da ist. Weg von zu Haus. Es war wohl zuviel. Nur noch Freiheit, keine Grenzen. Doch auch kein Gedanke an Konsequenzen. Die Bitte um Verständnis. Schwer zu verstehen. Er unerreichbar. Endloses Warten. Voller Sorge. Angst. Verzweiflung. Viele Fragen, keine Antwort. Schuldgefühle. Nicht daran denken, was passieren könnte. Auf der Suche nach Ablenkung. Ein satirisches Onlinespiel, das ich vor wenigen Tagen begonnen habe: Pennergame. Mein Charakter: ein Obdachloser auf den Straßen Hamburgs. Die Straßen, durch die auch er jetzt läuft. Welch Ironie des Schicksals. Wenn es nicht so traurig wär, könnt man fast lachen. Doch das bleibt einem im Halse stecken. Ironie mit bitterem Beigeschmack. So bitter, dass einem ganz schlecht wird. Und man plötzlich bereit ist, auf seine eigene Freiheit zu verzichten.
Im Original (von George Michael/Wham) fand ich das Lied immer total schrecklich, aber seit ich dieses Cover hier gehört hab, wills mir einfach nicht mehr aus dem Kopf...
Am Samstag sind wir pünktlich vor der ersten Band am Kölner Tanzbrunnen angekommen. Eine Location, die mir schon damals bei meinem ersten Amphi (2006) sehr gefiel und mir von Jahr zu Jahr noch besser gefällt, weil immer wieder etwas Neues dazu kommt. Dieses Jahr sollte es die Rheinparkhalle sein, wenn auch nicht für lang... Aber dazu später mehr.
Nun erst einmal zu den Konzerten:
Opener des Tages waren die Jungs von Coppelius, worüber sich Sandy sehr freute.
Danach folgten Mantus, auf die wir schon sehr gespannt waren, da es die erste Live-Show seit ihrem Bestehen sein sollte. Es war ohne Frage ein schöner Auftritt, auch wenn ich zugeben muss, dass ich sie mir doch lieber allein zu Haus von CD anhöre…
Nach Mantus wurde es elektronisch mit Solar Fake, der zweiten Band von Zeraphine-Frontmann Sven Friedrich, auf die wir nicht weniger gespannt waren. Zunächst etwas skeptisch, verfolgten wir das Konzert und waren letztendlich wirklich überrascht, wie gut auch dieses Projekt zu ihm passte und wie sehr es uns gefiel. Besonders erstaunt waren wir über das Radiohead-Cover "Creep", welches zwar schon von einigen Künstlern gecovert wurde, wir jedoch noch nie in einem elektronischen Klanggewand hören durften. An die Piano-Version von Leandra oder die Unplugged-Version von Korn kam es zwar nicht ran, aber gefallen hat es uns dennoch.
Und auch danach gab es keine Qualitätsminderung, denn The Birthday Massacre betraten die Bühne. Eine Band, die nicht nur tolle Musik macht, sondern die auch live einfach total abgeht und ich mir deshalb immer wieder gern ansehe.
Von Eisbrecher bekamen wir nur die ersten zwei Lieder mit. Und da wir sie gerade erst auf'm Castle Rock gesehen hatten und es außerdem zu regnen begann, trieb uns der Hunger weg vom Festivalgelände, auf dem die Preise für Essen und Getränke leider immens waren, hin zur Kölner Innenstadt. Nachdem wir uns im KFC etwas gestärkt hatten, ging es wieder zurück.
Es folgte das Prelistening des neuen Albums von Leaves Eyes im Theater, bei dem man sich liegend oder sitzend ein wenig entspannen konnte.
Zu Covenant ging's dann wieder raus. Und das sollte dann auch das letzte Konzert für uns an diesem Tag sein.
Während Fields Of The Nephilim auf der Hauptbühne spielten, verzogen wir uns nämlich wieder ins Theater, wo der ultimative Film "REPO! – The genetic opera" gezeigt werden sollte, welchen wir zwar selbst auf DVD haben, aber nun auch gern mal auf größerer Leinwand sehen wollten. Leider wurde dieser dann irgendwann mittendrin abgebrochen, da das Theater als Ersatzhalle für die Rheinparkhalle herhalten sollte. Dort sind nämlich während des Konzerts von Feindflug 2m² Putz von der Decke gekommen, was natürlich ein Sicherheitsrisiko darstellte, weshalb die Veranstalter das Weiterspielen dort untersagten.
Auch am nächsten Tag blieb die Rheinparkhalle, welche wir uns glücklicherweise am Samstag direkt nach Einlass wenigstens einmal angeschaut hatten, für Konzerte gesperrt. Diese wurden alle ins Theater verlegt und das zusätzliche Rahmenprogramm, welches dort geplant war, fiel weg.
Uns störte das wenig, denn wir wollten uns am Sonntag hauptsächlich Konzerte anschauen und so begann der Tag mit dem Auftritt von Mono Inc., welche uns ja bereits auf dem Castle Rock sehr gefallen haben. Nicht anders sollte es diesen Tag sein.
Dann ging es schon mal ins Theater zu The Other, da wir uns danach Jesus On Extasy ansehen wollten. Bei denen hatten wir das Glück, dass uns eine Frau aus der ersten Reihe ihren Platz überließ und wir so direkt vor Leandra aka Ophelia Dax und ihrem Keyboard stehen konnten. JoE haben sehr gerockt und es machte Spaß mit dabei zu sein. Im Anschluss warteten wir draussen auf das Erscheinen der Band, um Leandra noch mal zu sehen und mal wieder ein paar Worte mit ihr wechseln zu können.
Danach gingen wir ein bisschen übers Gelände, begleitet von den Klängen von Saltatio Mortis, welche gerade auf der Hauptbühne spielten.
Später wollten wir uns eigentlich noch den Anfang von Henke anschauen, aber da es im Theater einige Verzögerungen gab, fiel das für uns aus und wir sahen uns zum Abschluss noch Unheilig an.
Wir schauten dann zwar auch noch kurz bei The Gathering im Theater rein, waren dann aber doch zu platt und wollten einfach nur noch nach Haus.
Das war’s dann also... Das letzte, große Festival für dieses Jahr. Jetzt heißt es abwarten und dann mal sehen, zu welchen Festivals es uns nächstes Jahr so hintreiben wird.
Hatte Sandy zu unserem 6-Jährigen zwei Tickets fürs Castle Rock geschenkt und glücklicherweise hat sie mich als ihre Begleitung mitgenommen. ;)
Das Festival feierte dieses Jahr 10-Jähriges Jubiläum und fand deshalb zum ersten Mal zweitägig statt. Da ich aber nicht zwei Tage lang 4 Stunden Zugfahrt (hin und zurück) auf uns nehmen wollte, entschied ich mich für Tageskarten und wir verpassten die am Freitag spielenden Bands Gothminister, Van Canto (sehr schade!) und die Metallspürhunde.
Wir machten uns also am Samstagmorgen auf den Weg nach Mühlheim an der Ruhr. Wollten eigentlich pünktlich zur ersten Band dort sein, was aber leider nicht klappte, da unser Zug 45 Minuten Verspätung aufgrund von Bauarbeiten in Koblenz hatte.
Endlich in Mühlheim angekommen, fanden wir jedoch schneller als gedacht zum Schloß Broich, welches als Location einen wirklich großartigen Eindruck hinterließ.
Die erste Band Do Not Dream hatten wir, wie erwartet, verpasst und Mono Inc. hatten bereits angefangen. Aber sie spielten noch lang genug, um mit ihrer Musik einen bleibenden Eindruck bei uns zu hinterlassen. Die aktuelle CD wurde am Merch besorgt und ich freue mich schon sie im Oktober als Vorband von ASP wiedersehen zu dürfen.
Es folgten Beloved Enemy, auf welche wir auch schon gespannt waren, da in der Band einige bekannte Gesichter anderer Bands vertreten sind. Auch diese wussten uns zu begeistern und wir bereuten es nicht in die erste Reihe vorgedrungen zu sein.
So hatten wir auch super Plätze beim Auftritt von Lacrimas Profundere, wegen denen ich Schatzi die Karten hauptsächlich geschenkt hatte. Nach dem Auftritt sind wir aber, wie eigentlich auch schon die letzten Male, zu dem Schluß gekommen, dass wir sie unbedingt mal einzeln und nicht mehr nur auf Festivals live sehen wollen.
Da man ja auch mal was trinken muss, ging es danach nach hinten, was uns jedoch nicht daran hinderte uns den Auftritt von dem sympathischen Sänger Alexx und seiner Band Eisbrecher anzusehen. Das Publikum war begeistert und auch uns hat es gefallen. Kann man sich auf jeden Fall noch mal anschauen.
Dann war es soweit und Epica, auf die ich mich am meisten gefreut hatte, betraten die Bühne. Wir standen wiedermal in der ersten Reihe, um Sängerin Simone Simons, hübsch wie eh und je, ganz in Augenschein nehmen zu können. Leider gab es dann, zum ersten Mal fürs Publikum bemerkbar, technische Probleme, von denen wir, da wir genau vor den Boxen standen, ganz besonders viel hatten. Nach 2/3 des Konzertes räumten wir deshalb unsere Plätze und sahen uns den Rest von weiter hinten an.
Es war aber trotzdem ein schönes Konzert mit toller Setlist und für uns quasi der Headliner des Festivals, da wir uns den Auftritt der Apokalyptischen Reiter sparten, weil uns ja noch der mehr oder weniger lange Rückweg bevorstand.
Fazit: Ein sehr gut organisiertes, hübsches, kleines Festival, welches ich bei vergleichbar gutem Line Up sicher noch mal besuchen wollen würde.
Worte Kafkas, hinter denen so viel steckt und die mich jedes Mal auf's Neue beeindrucken...
Wenn Du vor mir stehst und mich ansiehst, was weißt Du von den Schmerzen, die in mir sind und was weiß ich von den Deinen. Und wenn ich mich vor Dir niederwerfen würde und weinen und erzählen, was wüsstest Du von mir mehr als von der Hölle, wenn Dir jemand erzählt, sie ist heiß und fürchterlich. Schon darum sollten wir Menschen voreinander so ehrfürchtig, so nachdenklich, so liebend stehn wie vor dem Eingang zur Hölle.